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Joseph von Eichendorff
Der Fromme Es sa? ein Kind gebunden und gefangen, * *Wo vor der Menschen eitlem Tun und Schallen * *Der Vorzeit Wunderlaute trub verhallen; * *Der alten Heimat dacht es voll Verlangen. Da sieht es drau?en Strome, hell ergangen, * *Durch zaubrisch Land viel Pilger, Sanger wallen, * *Kuhl rauscht der Wald, die lust'gen Horner schallen, * *Aurora scheint, so weit die Blicke langen. - O la? die Sehnsucht ganz dein Herz durchdringen! * *So legt sich bluhend um die Welt dein Trauern * *Und himmlisch wird dein Schmerz und deine Sorgen. Ein frisch Gemut mag wohl die Welt bezwingen, * *Ein recht Gebet bricht Banden bald und Mauern: * *Und frei springst du hinunter in den Morgen. ---- Willkommen, Liebchen, denn am Meeresstrande! * *Wie rauschen lockend da ans Herz die Wellen * *Und tiefe Sehnsucht will die Seele schwellen, * *Wenn andre trage schlafen auf dem Lande. So walte Gott! - ich los des Schiffleins Bande, * *Wegweiser sind die Stern, die ewig hellen, * *Viel Segel fahren da und frisch' Gesellen * *Begru?en uns von ihrer Schiffe Rande. Wir sitzen still, gleich Schwanen zieht das Segel, * *Ich schau in deiner Augen lichte Sterne, * *Du schweigst und schauerst heimlich oft zusammen. Blick auf! Schon schweifen Paradiesesvogel, * *Schon wehen Wunderklange aus der Ferne, * *Der Garten Gottes steigt aus Morgenflammen. |