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Streitkraft aufsteigen konnte – undenkbar
damals, im Fruhling vor 65 Jahren. Bis zu 80 Prozent der historischen Bauten bedeutender Stadte waren ausgeloscht. Berlin, Koln, Dresden, Leipzig, Magdeburg, Hamburg, Kiel, Lubeck, Munster, Munchen, Frankfurt am Main, Wurzburg, Mainz, Nurnberg, Xanten, Worms, Braunschweig, Hannover, Freiburg, Dresden – alles kaputt, eine schier endlose Liste der Verwustung. Karthago im Gro?ma?stab: So etwas war einmalig in der neueren Geschichte, eine Zerstorung ohne Beispiel als Reak - tion auf die nicht minder beispiellose Barbarei der Nazis. So viel Ende war nie. Und doch: So viel Anfang war nie. Auch fur den Wiederaufbau eines ganzen Landes gibt es in der Geschichte kein vergleichbares Beispiel. Auf den Ruckfall in die furchterlichste Vergangenheit folgte die gegenwartigste Gegenwart aller Zeiten. Der gro?te Teil des deutschen Gebaude - bestands ist nach 1948 entstanden. Das hei?t: Die meisten der Bauten, die heute in Ballungsgebieten herumstehen, sind das Werk von ein bis zwei Generationen, die zu einer forcierten Aufholjagd in die Moderne ansetzten. Rund 400 Millionen Kubikmeter Gebaudeschutt waren allein auf dem Gebiet der spateren Bundesrepublik aufgehauft. Man hatte eine zwei Meter dicke, sieben Meter hohe Mauer um Westdeutschland damit ziehen konnen. Architektonisch und stadtebaulich war die Auferstehung nach dem Inferno eine Art Fortsetzung der Kriegszerstorungen mit anderen Mitteln: Weitere 30 Prozent historischer Substanz mussten weichen. Nur scheinbar kehrte, in den achtziger Jahren, in dem zu Wohlstand und Reputation gekommenen Land beschaulichprovinzielle Ruhe ein. Der nachste Fieberschub stand bevor: die Wiedervereinigung und mit ihr die immense Aufgabe, zwar nicht mehr zerstorte, aber oft vollig heruntergekommene Orte und Gegenden wieder herzurichten. Und noch immer ist dieser Prozess der permanenten Selbsterneuerung nicht abgeschlossen. Denn 65 Jahre nachdem die Deutschen aus Schutt und Schuld gekrochen sind, 20 Jahre nachdem sie ihre staatliche Einheit erreicht haben, steht auch der Wiederaufbau zur Diskussion, wird das Geleistete in Frage gestellt und in neuer Freiheit uber Gro?stadte als Heimstatten nachgedacht. Fehler sollen korrigiert werden, die dem Tempo und dem Modernisierungswahn geschuldet waren. Ein neues asthetisches Bedurfnis drangt das aus Not geborene Prinzip der reinen Zweckma?igkeit zuruck. Der demografische Wandel – die Alterung der Gesellschaft, die Zuwandererstrome, die drohende Verwaisung man-
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Снова светит солнце, снова светится душа, и пасмурно не будет больше никогда!!! |